Erntedank
Nach den Sommerferien dauert es immer eine kurze Zeit, bis in vielen Familien der Alltag wieder einkehrt und der Tagesablauf wieder „rund läuft“. Die Erwachsenen organisieren die Abläufe in der Familie und gehen wieder ihrem Beruf nach, Kinder und Jugendliche finden sich wieder in Kindergarten und Schule ein und müssen sich wieder an früheres Aufstehen gewöhnen. Und für viele beginnt nach den Ferien auch ein neuer Abschnitt: Beginn von Kindergarten oder Schule, Start an einer neuen Schule oder ins Berufsleben.
Wenn man in diesen Wochen mit offenen Augen durch die Natur geht, nimmt man auch dort eine Veränderung wahr. Felder werden abgeerntet, in den Weinbergen hat die Lese begonnen, Früchte in den Gärten sind reif geworden und müssen geerntet werden. All dies zeigt an, dass der Sommer sich dem Ende zuneigt.
Es ist guter Brauch, dass in den Kirchen unserer Gemeinde in diesen Wochen mit den verschiedenen Erntegaben geschmückt werden. Dass wir Gott danken für die Ernte, für die Früchte unserer Gartenarbeit, für seinen Segen zum Gelingen.
Mir kam in den letzten Tagen ein Gedicht von Rainer Maria Rilke in den Sinn, dass Sie vielleicht auch kennen. Es trägt den Titel „Herbsttag“. Am Anfang stehen die Worte: „Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.“ Und beschreibt in den ersten beiden Strophen genau die Zeit, in der wir jetzt stehen. In der letzten Strophe nimmt der Dichter aber den Herbst des menschlichen Lebens in den Blick und stellt uns damit die Frage: Was hat in meinem Leben gute Frucht gebracht? Wo ist etwas misslungen? Was benötigt noch Zeit zum Nachreifen? Und wo muss der Boden für die nächste Saat besonders gut vorbereitet werden?
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie einen guten Start in den Alltag und eine erfolgreiche Ernte!
Ihre Antje Glania


