Wissenswertes zum Letzenberg
Kurzbeschreibung
Die Kapelle liegt auf einem Bergrücken 244 m ü.M., der eine große Weitsicht über die Rheinebene gewährt. Ein Kreuzweg führt vom Ort Malsch bis zum Berg hinauf. Im Innern steht über dem Altar das Gnadenbild der Pieta. Die Kapelle fasst 30 Personen. Bei größerer Besucherzahl wird der Gottesdienst vor der Kapelle, vor dem Sieben Schmerzen Mosaikbild, gefeiert.
Über die Letzenbergkapelle gibt es einen Audio-Guide - zum Anrufen und Anhören wie auch zum Downloaden und Anhören.
Jakobsweg führt über den Letzenberg
Die Kapelle stellt eine regional bedeutsame Wallfahrtskapelle in der Region dar. Auch aus diesem Grund führt das wiederbelebte Teilstück des Jakobswegs von Rottenburg ob der Tauber nach Speyer über den Letzenberg.
Geophysikalische Untersuchungen des Letzenberg
2010 hatte Pfarrer Manfred Tschacher bei der Firma GGU in Karlsruhe eine Georadar-Untersuchung ehemaliger Bebauung auf dem Kirchengrundstück auf dem Letzenberg in Auftrag gegeben. Die Gemeinde Malsch beteiligte sich an den Kosten. Herr Dr. Hemmann vom GGU in Karlsruhe, der die Untersuchung geleitet hatte, erklärte im Herbst 2010 die Befunde der Öffentlichkeit. In der Erde auf dem Letzenberg lassen sich verschiedene Fundamentreste, Fremdmaterialien bzw. Bodenveränderungen ausmachen, die auf mindestens drei verschiedene Bebauungsperioden vor dem Kapellenbau 1902 schließen lassen. Die Bebauungsreste der verschiedenen Perioden auf dem Letzenberg liegen etwa 50 cm bzw. 1 m und mehr unter dem Boden.
Hinsichtlich des Letzenberges konnte Pfarrer Tschacher berichten, dass beim Kapellenbau 1902 keine Erdveränderungen vorgenommen wurden. Lediglich beim Aushub für die Grundmauer stieß man auf Fundamentreste. Diese Fundamentreste konnten bei der jetzigen Untersuchung nicht ausgemacht werden. Ebenso wurde auch der Brunnenschacht nicht gefunden, der 1880 zugeschüttet wurde. Nach Auskunft von Herrn Rudolf Bös, Malsch, stieß man vor Jahren beim Wasserleitungsbau gegenüber dem Weg ungefähr auf Höhe der Einfahrt zur Kapelle in ca. 80 cm Tiefe auf den Brunnenschacht. Die Wasserleitung, die parallel zum Weg verläuft, wurde über dem Schacht verlegt. Interessant ist, dass im jüngsten Tiefenhorizont fast nur Erdumgestaltungen festgestellt wurden und keine Gebäudereste. Runde und eckige Plätze sind erkennbar. Pfarrer Tschacher vermutet, dass es Relikte vom Bauernkrieg 1525 sein könnten. Damals hatten die Kraichgauer Bauern für kurze Zeit auf dem Letzenberg ihr Feldlager. Auf den Plätzen könnten Zelte oder andere provisorische Unterkünfte gestanden haben. Die meisten Reste von Gebäuden und Begrenzungsmauern sind in einer Tiefe von 1 m auszumachen. Manches deutet darauf hin, dass Gebäude von selbst zusammengefallen sind. Vielleicht handelt es sich hier um die Reste des Hofgutes, das 1296 erwähnt wird. Sensationell ist, dass Gebäudereste aber auch noch in einer tieferen Schicht zu finden sind und damit eine Bebauung vor dem mittelalterlichen Hofgut. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Reste aus römischer oder keltischer Zeit stammen. Auch hier können nur archäologische Untersuchungen weitere Klarheit bringen. Ebenso darüber, welche Funktion diese Gebäude besaßen. Der Letzenberg birgt also noch manches Geheimnis, das es zu entdecken gilt.
Die Ergebnisse der Untersuchung werden seit Frühjahr 2011 auf der Schautafel des Weinwanderweges vor der Letzenbergkapelle präsentiert.
Karte der geophysikalischen Untersuchung [1.5 MB]
Pfarrer Manfred Tschacher
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Artikel Cult Magagzin: Pferdesegnung [432.8 kB]Geophysikalische Untersuchung Letzenberg [1.5 MB]
Geophysikalische Untersuchung Kirche Mühlh. [714.8 kB]

