St. Juliana Malsch

St. Juliana Malsch

St. Juliana Malsch

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Die Ausstattung der Kirche

Die heute anzutreffende barocke Ausstattung entstammt der alten Zeuterner St. Martinskirche. Da Zeutern eine neue Pfarrkirche hatte, stand die alte Kirche mit barockem Inventar jahrelang ungenutzt leer. So wurden auf Initiative des erzbischöflichen Bauamtes in Heidelberg der Haupt- und die Seitenaltäre samt Kanzel, die Emporenbrüstung und das Orgelgehäuse nach dem Kirchenbrand 1972 nach Malsch gebracht. 

Der Hochaltar

Den Hochaltar ist als Bühnenaltar konzipiert. Sein Mittelfeld beherrscht die Szene der Mantelteilung des hl. Martin. Da der Hochaltar nach dem Kirchenbrand aus der alten Pfarrkirche St. Martin Zeutern nach Malsch gebracht wurde, ist dieser Schutzpatron am Hochaltar zu sehen und nicht die hl. Juliana, die Patronin unserer Pfarrkirche.

Flankiert wird die Darstellung des hl. Martin von zwei römischen Soldatenheiligen zwischen jeweils zwei Säulen. Zwei stilisierte Palmvasen links und rechts bilden den Abschluss auf dem unteren Gesims. Über dem Hauptbild wird die göttliche Dreifaltigkeit in einem Oval mit Strahlenkranz dargestellt. Auf dem Sprenggiebel, getragen von zwei Säulen, sitzt jeweils ein Engel mit erhobenen Armen. Während die beiden Seitenaltäre aus Holz bestehen und mit Intarsienschmuck verziert sind, ist die hölzerne Unterkonstruktion des Hochaltars mit Stuckmarmor überzogen. Der Altar wird der Werkstatt von Joachim Günther in Bruchsal zugeschrieben.

Die Kanzel

Die prächtige Barockkanzel wurde für die Franziskanerkloster in Heidelberg geschaffen und  wurde nach der Säkularisation von der Gemeinde Zeutern erworben.

St. Juliana

Links neben dem Hochaltar steht eine Statue der Hl. Juliana, der Schutzpatronin unserer Pfarrkirche.

Muttergottes mit dem Jesusknabe

Die frühbarocke Muttergottes mit dem Jesusknaben steht in einer Fensternische. Sie stammt aus Wertheim. Geschützt durch eine kräftige Strohumhüllung fand sie in einem Weinfass verpackt Ende des 19. Jahrhunderts den Weg nach Malsch.

Franz Xaver und Ignatius von Loyola

Die auf Postamenten in den linken Fensternischen stehenden Figuren des heiligen Franz Xaver und Ignatius von Loyola standen in der alten Pfarrkirche als umrahmende Figuren am Josefsaltar. Da sie sich viele Jahre in einer Restauratorenwerkstatt befanden, entgingen sie dem vernichtenten Brand 1972.

Hl. Rochus

Die Statue des hl. Rochus in einer rechten Fensternische befand sich bis in die späten Siebzigerjahre in der 1736 errichteten Weinbergkapelle am Letzenberg. Aus Sicherheitsgründen wurde sie nach einer Restaurierung in der Kirche aufgestellt.

Die Orgel

Nach dem Kirchenbrand 1972 richtete die Firma Weisse aus Plattling in Oberbayern im von der Zeuterner St. Martinskirche übernommenen barocken Gehäuse ein zweimanualiges mechanisches Orgelwerk mit Pedal ein. Die Firma Karl Göckel aus Rettigheim nahm im Jahre 1988 Umbauarbeiten am Werk der Firma Weisse vor. Dadurch war es erst möglich geworden, die Orgel problemlos stimmen zu können.

Die Glocken

Erst im 20. Jahrhundert lässt sich das wechselhafte Schicksal der Glocken verfolgen. Im November 1909 wurde ein neues Geläute geweiht. Ihm war nur ein kurzes Leben beschieden. Wie in den meisten Gemeinden mussten auch in Malsch in den Weltkriegen die Glocken für Rüstungszwecke abgeliefert werden. Nur eine Glocke verblieb im Turm. Die drei abgegebenen Glocken konnten 1949 wieder ersetzt werden. Da der Klang dieser vier Glocken aber nicht recht harmonierte, wurden 1962 vier neue Glocken gegossen. Drei Glocken versehen noch heute ihren Dienst, nur die Marienglocke wurde 1973 umgegossen.

Das Geläut trägt folgende Umschriften:

Marien-Glocke
Maria, Mutter Gottes, schütze unser Land, breite über uns deine mütterliche Hand.

Josefs-Glocke

Sankt Josef, der Kirche Patron, führe uns alle zum Himmelsthron.

Juliana-Glocke

Heilige Juliana, du Jungfrau rein, lasse uns alle in deinem Haus geborgen sein.

Schutzengel-Glocke

Ihr heiligen Engel, von Gott uns zum Schutz gegeben, führ uns mahnend zum himmlischen Leben.


Quellen:

- "1200 Jahre Malsch - Menschen Schicksale Ereignisse".

- Chronik des Barfüsser Karmelitenkloster zu Heidelberg: ein Beytrag zur Pfälzischen Kirchengeschichte; die deutsche Fassung des P. Gregor Hertwig / hrg. und komm. Von Markus A. Maesel. –Ubstadt-Weiher: Verl. Regionalkultur, 1998.


Bearbeitung: Gabriel Rösch / Manfred Tschacher
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