Wissenswertes
Der Jakobsweg:
Von Rothenburg o.d. Tauber zum Kaiserdom in Speyer
In den letzten Jahren hat die Pilgerschaft zum Grab des Apostels Jakobus des Älteren in Santiago de Compostela einen ungeahnten Auftrieb erhalten. In ganz Europa sind viele alte Pilgerwege wieder neu entstanden. Einer der letzten Lückenschlüsse in Baden-Württemberg ist der Jakobsweg von Rothenburg ob der Tauber nach Speyer. Er ist ein Teilstück einer Hauptroute von Prag, Nürnberg, Rothenburg, Speyer, Metz, Vezelay, bzw. Speyer, Straßburg, Vezelay oder Le Puy nach Santiago de Compostela.
Der Pilgerweg von Rothenburg zu der alten Domstadt Speyer orientiert sich an der sogenannten ehemaligen „Hohen Straße“. Sie ist ein bis in die frühgeschichtliche Zeit zurückgehender Fernverbindungsweg. Ausgangspunkt ist in Rothenburg die Stadtkirche St. Jakob. Ihr Hochaltar von 1466 zeigt auf der Werktagsseite die Bilder der Jakobuslegende.
Auf der Hohenloher Ebene ist der Weg bis zum Ort Blaufelden-Erpfersweiler identisch mit dem Jakobsweg Rothenburg – Rottenburg. Nach der Jagstbrücke in Mulfingen-Heimhausen biegen wir ins idyllische Jagsttal ein mit seinen mittelalterlichen Wallfahrtskapellen, Jakobuskirchen und dem Zisterzienserkloster Schöntal (1157 – 1802). Kloster Schöntal ist die schönste geistliche Residenz der Barockzeit im Norden Baden-Württembergs.
Nach Neudenau mit seiner St. Gangolfskapelle (Darstellung der Pilgerkrönung um 1330) gelangen wir auf der ehemaligen „Hohen Straße“ nach Bad Wimpfen am Neckar und nach Sinsheim im Kraichgau. In Bad Wimpfen gab es bis ins 17. Jh. eine überaus begüterte Jakobusbruderschaft.
Vom Kloster Schöntal aus ist es auch möglich, eine Nordroute durch den Odenwald nach Sinsheim zu nehmen. Wir erreichen Adelsheim mit seiner mittelalterlichen St. Jakobs- kirche und die Stadt Mosbach, in deren Gutleutkapelle wohl Pilger Rötelzeichnungen von Muscheln hinterlassen haben. In Sinsheim beeindrucken in der neuen St. Jakobuskirche moderne Darstellungen der Jakobuslegende.
Am Rande des Kraichgaus erwartet uns der Letzenberg mit seiner Wallfahrtskapelle. Von hier aus kann der Pilger bereits den Kaiserdom von Speyer sehen. In der Rheinebene erreichen wir das Dorf Reilingen, in dem 1451 eine Wendelinusbruderschaft zur Betreuung der Fernpilger gegründet wurde. Es dauert nicht mehr lange, bis wir dem bronzenen Pilger vor dem Dom Gesellschaft leisten können.
Weitere Informationen über diesen Teilabschnitt des Jakobsweges finden Sie auch unter www.jakobsweg-rothenburg-speyer.de.

